Design Thinking UI/UX: Wann ist ein Button ein Button?

Immer wieder beobachte ich eine Situation in der münchner U-bahn, bei der offensichtlich etwas mit dem UI/UX Konzept nicht stimmt. Obwohl es sich um reine Anzeigeelemente handelt, sehe ich immer wieder Leute, die auf die kreisrunden Signalleuchten drücken. Die Rolltreppe steht oder bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung, und Passanten versuchen, durch Betätigen der Symbole, die Rolltreppe entsprechend zu aktivieren – von der Symbolsprache her ergibt das alles natürlich keinen Sinn.

Warum ist das so? Hier eine kleine Analyse, warum manche Menschen die Signalleuchten der Rolltreppen  falsch interpretieren.

Erwartungshaltungen und Verhaltensmuster

Wir bewegen uns durch eine künstlich geschaffene, übertechnisierte Welt. Unser Bildungssystem und die Arbeitswelt fordern lösungsorientiertes Denken. Dies erzeugt in uns eine Erwartungshaltung, dass bereitgestellte Technologien, mit denen wir unmittelbar konfrontiert werden, aus diesem Anspruch heraus entwickelt worden sind. Der Ablauf eines Fahrstuhls kann der Benutzer beeinflussen – das kennt er. Eine reine Statusanzeige, bei einem System mit drei Zuständen, Stillstand, Fahrt nach oben und nach unten, ohne weitere Funktion, ist für manche Menschen unlogisch – „das muss doch funktionieren!“.

Form und Platzierung

Die Signalleuchten haben nur eine Aufgabe: Die Anzeige des aktuellen Zustands der Rolltreppe. Dafür befinden sich die Leuchtelemente aber auf einer Position, die ideal mit unausgestreckter Hand, und noch vor dem Betreten des Trittschalters, erreichbar ist. Die Form und Anordnung der Elemente entspricht gewohnten Bedienkonzepten: drei klar abgegrenzte, vertikal angeordnete Leuchtsymbole, die „nur“ etwas zu groß geraten sind. Gut gemeint, aber funktional nicht durchdacht.

Ist das jetzt schlimm, oder was?

Im Prinzip nicht, aber im Alltag summieren sich diese vielen, kleinen und unnötigen Unzulänglichkeiten zu einem relevanten Faktor. Design Thinking hilft!

Schöne Grüße aus München